Schweizer Dialog

Führungskräfte zusammenbringen, die sich für das Gemeinwohl engagieren – und diese Verpflichtungen öffentlich rechenschaftspflichtig machen.

Der Schweizer Dialog ist eine Initiative, die Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft dazu auffordert, sich öffentlich und konkret zum Beitrag ihrer Organisation zum Gemeinwohl zu verpflichten – und diese Verpflichtungen einem Bürgerdialog zu unterziehen. Er basiert auf einer einfachen, aber aussagekräftigen Erkenntnis aus unserer GemeinwohlAtlas-Forschung: Organisationen werden als Schöpfer öffentlicher Werte wahrgenommen, wenn die Bürger:innen ihren Beitrag wirklich spüren. Das bedeutet, dass die Rechenschaftspflicht nicht allein den Jahresberichten überlassen werden kann.

Die Innovation

Was den Schweizer Dialog von herkömmlichen Transparenz- oder ESG-Initiativen unterscheidet, ist die Ebene des Bürgerdialogs:

  1. Führungskräfte gehen Verpflichtungen ein: Die teilnehmenden Organisationen formulieren konkrete, messbare Verpflichtungen hinsichtlich ihres geplanten Beitrags zum Gemeinwohl. Dabei handelt es sich nicht um allgemeine Nachhaltigkeitsversprechen, sondern um kontextspezifische, zeitgebundene Aussagen.
  2. Bürger:innen bewerten: Eine Online-Plattform lädt Bürger dazu ein, die Verpflichtungen anhand der vier Dimensionen des öffentlichen Nutzens zu bewerten. Finden sie diese glaubwürdig? Relevant? Ambitioniert genug?
  3. Organisationen reagieren: Organisationen können auf Feedback reagieren, klärende Fragen stellen und ihre Verpflichtungen auf der Grundlage des Dialogs aktualisieren.
  4. Forscher:innen analysieren: CLIS-HSG analysiert die Dialogdaten, um Muster in den Erwartungen der Öffentlichkeit an Organisationen zu identifizieren, und informiert sowohl die wissenschaftliche Literatur als auch zukünftige Programmteilnehmer.

Warum es wichtig ist

In einer Zeit sinkenden Vertrauens in Institutionen bauen Organisationen, die ihre Verpflichtungen einer echten öffentlichen Kontrolle unterziehen, anstatt nur ihr Image zu pflegen, eine dauerhaftere Legitimität auf. Der Schweizer Dialog schafft die Voraussetzungen dafür: einen strukturierten, transparenten Prozess, in dem Führungskräfte ihre Verantwortlichkeit unter Beweis stellen und Bürger ihre Rolle als Bewerter des Wertes von Organisationen wahrnehmen können.

Grundlage: Die Methodik basiert auf der Forschung von CLIS-HSG zum öffentlichen Wert, insbesondere auf der Datenbank GemeinwohlAtlas und dem Rahmenwerk Public Value Scorecard.

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